OuverTür/e – ein Tor zur grenzüberschreitenden Welt
Von Dezember 2025 bis April 2026 brachte eine Veranstaltungsreihe mit drei deutsch-französischen und französisch-schweizerischen Kulturnachmittagen Studierende der Universitäten Straßburg, Freiburg und Basel sowie des Karlsruher Instituts für Technologie zusammen. Diese grenzüberschreitenden Begegnungen, die im Rahmen des 10-jährigen Jubiläums des EVTZ „Eucor – The European Campus“ organisiert wurden, ermöglichten den Teilnehmenden, die Stadt Straßburg und ihren kulturellen Reichtum zu entdecken und die Freundschaft zwischen den Nachbarländern am Oberrhein hautnah zu erleben.
Zwischen Weihnachtsmarkt, Kultur und europäischen Institutionen
Am 4. Dezember fand in Straßburg das erste Treffen zwischen Studierenden aus Straßburg und Karlsruhe statt. Bei winterlichem Wetter lernten sich die 20 Teilnehmer*innen bei einem Glühwein auf dem berühmten Straßburger Weihnachtsmarkt kennen.
Am Nachmittag folgte eine Führung durch den Europarat, welche die Gelegenheit bot, sich über die in Straßburg ansässigen europäischen Institutionen und die europäische Zusammenarbeit auszutauschen. Der Tag wurde anschließend mit dem traditionellen deutsch-französischen Sprachcafé im Théâtre le Maillon – Scène européenne in Straßburg weitergeführt und endete mit der Aufführung des Stücks „Phèdre!“ des Schweizer Regisseurs François Gremaud, von der die Studierenden besonders beeindruckt waren.
Eine Veranstaltung zum Thema europäische Staatsbürgerschaft
Am 30. Januar trafen sich 10 Studierende aus Basel und Straßburg zu einem weiteren Nachmittag im Zeichen Europas. Das Treffen begann mit Workshops zu den europäischen Werten, welche von den Eucor-Botschafter*innen der Universität Straßburg geleitet wurden. Anschließend besuchten die Teilnehmenden die Ausstellung im „Lieu d’Europe“ in Straßburg.
Diese Aktivitäten, die auf Französisch und Deutsch stattfanden, stellten eine sprachliche Herausforderung dar: Nicht alle Studierenden beherrschten beide Sprachen. Es galt also, fortwährend zwischen den beiden Sprachen zu wechseln, sich anzupassen, Gedanken neu zu formulieren und einander zu unterstützen, um gegenseitiges Verständnis zu ermöglichen, wodurch die Kommunikation selbst zu einer echten Erfahrung des Austauschs wurde.
Das Sprachcafé fand anschließend bei einem Getränk in der Bar „The People“ statt. Der Tag setzte sich in der Manufacture des Tabacs mit der deutschsprachigen, französisch untertitelten Aufführung „Das Wetter zuhause. Ein Wohnzimmerballett“ des russischen Regisseurs Aleksandr Kapeliush fort. Die Studierenden hatten zudem die Gelegenheit, sich nach der Vorstellung mit dem Regisseur auszutauschen.
Ein letztes Treffen im Zeichen der Nachhaltigkeit
Der Zyklus endete am 9. April mit einem Treffen zwischen 10 Studierenden der Universitäten Freiburg und Straßburg. An diesem letzten Nachmittag konnten die Teilnehmenden Straßburg unter dem Aspekt der nachhaltigen Entwicklung entdecken, dank einer Besichtigung des Ökoviertels „Danube“.
Im Le Maillon erhielten die Studierenden anschließend eine einmalige Führung hinter die Kulissen. Im Anschluss an diese Entdeckung traf sich die Gruppe bei einem Getränk, um sich auf Deutsch und Französisch auszutauschen. Der Austausch drehte sich diesmal um Kleider und Kleidungsgewohnheiten im Zusammenhang mit dem Thema des Stücks „Wasted Land“ der Regisseurin Ntando Cele, das sich mit Fast Fashion befasst.
Begegnungen, die die grenzüberschreitenden Beziehungen stärken
Über die kulturellen Entdeckungen hinaus haben diese Begegnungen vor allem einen intensiven Austausch zwischen den Studierenden aus den drei Ländern gefördert.
„Mir hat es sehr gut gefallen, dass sich alle verstanden haben, obwohl wir aus verschiedenen Ländern kamen. Ich habe tolle Leute kennengelernt und neue Erfahrungen sammeln können.“, erzählt Jana, Studentin an der Universität Straßburg. Athyna, ebenfalls Studentin in Straßburg, teilt diese Begeisterung: „Was mir vor allem in Erinnerung bleiben wird, sind die vielen Begegnungen und der bereichernde Austausch.“
Chanda, Eucor-Botschafterin an der Universität Basel, betont ebenfalls die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Oberrheinregion. Sie ist überzeugt, dass die Studierenden von diesem grenzüberschreitenden Austausch besonders profitieren, neue Erfahrungen sammeln und ihren Blick um vielfältige Perspektiven erweitern können.
Dieser Veranstaltungszyklus verdeutlicht, wie stark interkultureller Austausch Studierende inspirieren und innerhalb des Eucor – The European Campus eine lebendige, trinationale Freundschaft zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz entstehen lassen kann.
Von Suzanne Villinger und Diane Rouire