QUANTUM-PRECISION
Schwere Erkrankungen wie Krebs und Alzheimer beginnen oft mit subtilen Veränderungen im Zellstoffwechsel, lange bevor erste Symptome auftreten. Herkömmliche bildgebende Verfahren stoßen hier an ihre Grenzen, da sie diese molekulare Frühphase meist noch nicht sichtbar machen können. Das Projekt QUANTUM-PRECISION widmet sich genau dieser Herausforderung: Forschende entwickeln eine neuartige Magnetresonanztomographie (MRT), die krankheitsspezifische Stoffwechselprozesse empfindlicher sichtbar machen soll. Das übergeordnete Ziel ist es, Diagnosen bei Krebs und Alzheimer zu präzisieren und langfristig personalisierte Therapien besser zu unterstützen.
Im Kern von QUANTUM-PRECISION steht die Nutzung der Hyperpolarisation, eines quantentechnologischen Verfahrens. Dabei werden Stoffwechselmoleküle außerhalb des Körpers in einen Zustand versetzt, der ein deutlich verstärktes MRT-Signal aussendet. Nach der Injektion können die Forschenden verfolgen, wie diese Moleküle im Körper verarbeitet werden. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Muster wie eine erhöhte Laktatproduktion bei Tumorzellen oder Störungen im Energiestoffwechsel bei Alzheimer sichtbar machen – Prozesse, die für die klassische MRT unsichtbar bleiben.
Die am Projekt beteiligten Eucor-Universitäten sind die Universität Freiburg und die Université de Strasbourg. Als assoziierte Partner wirken zudem das Karlsruher Institut für Technologie, das Spin-Off QNami der Universität Basel sowie das Deutsche Krebsforschungszentrum mit. QUANTUM-PRECISION ist Teil der Wissenschaftsoffensive der Trinationalen Metropolregion Oberrhein und wird kofinanziert von der Europäischen Union (Programm Interreg Oberrhein) sowie den regionalen Ministerien in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und der Région Grand Est.